Die Planung der Löschwasserversorgung an Standorten ohne Hydranten ist eine zentrale Herausforderung im Brandschutz, insbesondere bei abgelegenen Industrieanlagen, Baustellen, Windkraft- und Photovoltaik-Parks. Ohne öffentliche Wasserversorgung muss die benötigte Menge an Löschwasser sorgfältig berechnet werden, um im Brandfall eine schnelle und effektive Brandbekämpfung zu gewährleisten.
Im Folgenden werden die wichtigsten Punkte zur Bestimmung der Löschwassermenge ohne Hydrant erläutert.
Punkt 1: Art des Standorts bestimmen
Die Höhe der benötigten Löschwassermenge hängt entscheidend vom Standort und dessen Brandrisiko ab:
- Industrieanlagen: Öl, Chemikalien oder brennbare Materialien erhöhen den Wasserbedarf.
- Bauprojekte: Baustellen mit Holz, Kunststoffen oder Maschinen erfordern ebenfalls größere Wasserreserven.
- Windkraft- und Photovoltaik-Parks: Elektrische Komponenten und Ölfüllungen der Anlagen steigern das Risiko.
Eine genaue Analyse der Brandlast ist Voraussetzung für die Dimensionierung der Löschwasserversorgung. Wie viel Löschwasser wird ohne Hydrant benötigt informiert über Richtwerte und Planung für Standorte ohne Wasseranschluss.
Punkt 2: Festlegung der Brandlast und Risikofaktoren
Zur Berechnung der benötigten Löschwassermenge sollten die folgenden Faktoren berücksichtigt werden:
- Menge und Art brennbarer Materialien
- Größe der Anlagen und Bauwerke
- Zugangsmöglichkeiten für Brandbekämpfungspersonal
- Geländeform, Vegetation und Umgebungsbedingungen
Diese Faktoren bestimmen die Wassermenge, die vor Ort verfügbar sein muss, um Brände zuverlässig zu bekämpfen.
Punkt 3: Normen und Richtlinien berücksichtigen
In Deutschland gibt es etablierte Normen und Empfehlungen, die als Richtwerte dienen:
- DIN 14090: Anforderungen an die Löschwasserversorgung bei Industrieanlagen
- VdS-Richtlinien: Empfehlungen für mobile und temporäre Löschwassersysteme
- Brandschutzkonzepte der Feuerwehr: Spezielle Vorgaben je nach Standort
Die Einhaltung dieser Normen stellt sicher, dass die Löschwasserversorgung ausreichend dimensioniert und genehmigungsfähig ist.
Punkt 4: Berechnung der Löschwassermenge
Die konkrete Wassermenge wird in der Regel auf Basis von Liter pro Quadratmeter Brandfläche oder durch spezifische Anlagenkennzahlen ermittelt:
- Kleine Industrieanlagen: mehrere tausend Liter
- Abgelegene Baustellen: 5.000–20.000 Liter, abhängig von Größe und Materialien
- Remote-Standorte oder Windkraft-Parks: bis zu 50.000 Liter oder mehr
Mobile Tanks, flexible Zisternen oder Löschwasserkissen können entsprechend der berechneten Menge bereitgestellt werden.
Punkt 5: Auswahl geeigneter Wasserreservoirs
Abhängig vom Standort und Wasservolumen können verschiedene Systeme eingesetzt werden:
- Mobile Tanks: Für große Mengen und schnelle Einsatzbereitschaft
- Flexible Zisternen: Modular erweiterbar, für temporäre oder dauerhafte Nutzung
- Löschwasserkissen: Für kleinere Mengen oder temporäre Baustellen geeignet
- Pumpenlösungen mit natürlichen Wasserquellen: Ergänzend zur Wasserversorgung vor Ort
Die Wahl hängt von Verfügbarkeit, Gelände, Wasserbedarf und logistischen Gegebenheiten ab.
Punkt 6: Strategische Platzierung der Wasserreserve
Die Effizienz der Löschwasserversorgung hängt stark von der Positionierung der Reserven ab:
- Entnahmestellen in der Nähe der Brandgefahren
- Zufahrtswege für Feuerwehr und Personal frei halten
- Modularität und Erweiterungsmöglichkeiten berücksichtigen
- Sichtbare Kennzeichnung der Tanks oder Zisternen
Eine durchdachte Platzierung ermöglicht schnelle und zielgerichtete Brandbekämpfung.
Punkt 7: Integration in das Brandschutzkonzept
Die Wasserreserve muss in das bestehende Brandschutzkonzept eingebunden werden:
- Brandmelde- und Alarmierungssysteme an die Wasserentnahme anschließen
- Personal auf Umgang mit Pumpen und Entnahmesystemen schulen
- Abstimmung mit regionalen Feuerwehren und Rettungsdiensten
- Dokumentation der Wassermenge und Einsatzbereitschaft
Punkt 8: Wartung und Überprüfung
Regelmäßige Kontrolle ist essenziell, um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen:
- Wasserstand prüfen
- Tanks und Zisternen auf Dichtheit kontrollieren
- Pumpen und Ventile testen
- Reinigung und Instandhaltung durchführen
Dies gilt insbesondere für abgelegene Standorte, bei denen eine schnelle Nachrüstung schwierig ist.
Punkt 9: Berücksichtigung saisonaler oder temporärer Schwankungen
Abhängig von Bauphasen oder saisonalen Bedingungen kann der Wasserbedarf variieren:
- Zusätzliche Tanks für Trockenperioden oder heiße Monate einplanen
- Temporäre Wasserreserven bei Bauprojekten erhöhen
- Anpassung an sich verändernde Brandrisiken
Durch Flexibilität wird jederzeit ausreichend Löschwasser bereitgestellt.
Punkt 10: Fazit
Die Bestimmung der benötigten Löschwassermenge ohne Hydrant erfordert eine sorgfältige Analyse des Standorts, der Brandlast, Normen und Richtlinien sowie eine strategische Planung der Wasserreserve.
Mobile Tanks, flexible Zisternen oder Löschwasserkissen ermöglichen eine effiziente und skalierbare Versorgung. Durch Integration in das Brandschutzkonzept, regelmäßige Wartung und Abstimmung mit Behörden lässt sich die Sicherheit an abgelegenen Standorten effektiv gewährleisten.

